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Das Klare Licht der Glückseligkeit

Ein tantrisches Meditationshandbuch

Format: Gebundene Ausgabe
ISBN: 978-3-908543-19-0
Detail: 350 Seiten
Preis: 39.50 CHF  
 
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Gebundene Ausgabe

Wir alle tragen eine Quelle unendlicher Glückseligkeit und grenzenlosen Mitgefühlsfür andere in uns. Die besonderen Methoden des tantrischen Buddhismus geben uns die Möglichkeit, diese Glückseligkeit selbst zu erfahren.

Der zeitgenössische tantrische Meister Geshe Kelsang Gyatso erklärt Schritt für Schritt, wie wir einen zutiefst friedvollen und konzentrierten Geist erzeugen können, indem wir uns das subtile Energiesystem unseres Körpers benutzen. Mit diesem glückseligen Gewahrsein können wir unsere wahre Natur freilegen, die Ursachen von Unwissenheit und Leiden beseitigen und sehr rasch eine wohltuende Quelle der Inspiration für andere werden.

"Das Klare Licht der Glückseligkeit" ist ein tantrisches Meditationshandbuch, das die tiefgründigsten Geheimnisse der alten Yogis enthüllt und ihre glückseligen Erfahrungen der modernen Welt zugänglich macht.


"Eine Quelle grosser Freude und unermeßlichen Nutzens für alle Wesen dieser Welt." Kyabje Ling Rinpoche

Auszug aus diesem Buch:

Inneres Feuer

Eine Erklärung der Stufen der Meditation über Inneres Feuer (Tummo) im besonderen

Gemäß dem vorliegenden System der Mahamudra-Meditation werden die Winde mittels des Yogas des Inneren Feuers oder Tummos genau am Punkt des Nabelkanalrades in den Zentralkanal gebracht. Der Yoga des Inneren Feuers durchdringt alle Übungen der Vollendungsstufe. Er ist der Stamm, aus dem alle diese Übungen abzweigen. Gehört eine Übung zur Vollendungsstufe, ist es entweder eine direkte oder indirekte Praxis des Inneren Feuers. Ohne das Feuer zu entfachen und es zum Lodern zu bringen und die zwei Arten von Tropfen zu schmelzen, ist es unmöglich, Spontane Große Glückseligkeit zu erzeugen.

Generell hat die Vollendungsstufe verschiedene Meditationsobjekte, wie die Kanäle, die Winde, die Tropfen, das Innere Feuer oder die Buchstaben, die innerhalb der genauen Punkte der verschiedenen Kanalräder lokalisiert sind. Ob eine bestimmte Praxis eine direkte oder eine indirekte Meditation des Inneren Feuers ist, hängt vom Objekt der Meditation ab. Wie weiter oben erklärt wurde, ist das Innere Feuer der klare rote Tropfen innerhalb des Nabelkanalrades. Er wird «Inneres Feuer» genannt, weil er die Natur von Hitze hat. Wenn ein Praktizierender oder eine Praktizierende diesen roten Tropfen als Flamme sieht und darüber meditiert, praktiziert er oder sie eine direkte Meditation über Tummo.

Der tibetische Begriff «Tummo» bedeutet «die Wilde» und wird allgemein für Heldinnen verwendet, die eine leicht zornvolle Erscheinung haben und ihren Gefährten, den Helden, Spontane Große Glückseligkeit gewähren. Der rote Tropfen beim Nabel in der Natur von Feuer wird Tummo genannt, weil seine Funktion derjenigen der wilden Heldinnen ähnlich ist. In diesem Text wird er jedoch einfach als «Inneres Feuer» bezeichnet.

Wenn wir den Yoga des Inneren Feuers praktizieren, visualisieren wir den roten Tropfen in der Form des Buchstabens Kurz-AH (siehe Anhang III). Dieser Buchstabe wird das «Kurz-AH des Inneren Feuers» genannt, und in der Praxis des Mahamudras ist die Meditation über diesen Buchstaben als erhabene Methode anerkannt, um zu Beginn die Winde in den Zentralkanal zu bringen. In seinen Unterweisungen nannte Milarepa diesen Buchstaben oft «mein Kurz-AH». Eines Tages erwähnte sein Schüler Gampopa ihm gegenüber, daß er sieben Tage lang ununterbrochen in einer Sitzung bleiben könne, wenn er einsgerichtete Konzentration praktiziere. «Na und?», antwortete Milarepa, «du sitzt für sieben Tage, aber erfährst das Klare Licht nicht. Wenn du über mein Kurz-AH des Inneren Feuers meditieren würdest, würdest du das Klare Licht sehr schnell erfahren.»

Indem wir über Inneres Feuer meditieren, werden wir schnell fähig sein, die Realisationen des Ruhigen Verweilens und Höheren Sehens zu erlangen, und auf deren Grundlage werden wir in der Lage sein, sowohl Beispiel-Klares-Licht als auch Sinn-Klares-Licht zu erlangen. Somit sind die Früchte der Meditation über das Innere Feuer vielfältig. Andere Methoden mit dem Inneren Feuer zu vergleichen ist wie zwischen einem Esel und einem guten Pferd Parallelen zu ziehen.

Die Praxis des Inneren Feuers wurde zuerst von Eroberer Vajradhara im Hevajra-Wurzel-Tantra gelehrt. Von dort wurde es in andere Formen der Praxis integriert wie diejenigen von Yamantaka, Guhyasamaja, Heruka und Vajrayogini. Deshalb betrachten alle tantrischen Praktizierenden das Hevajra-Tantra als eine besonders gesegnete Schrift. Weil die Übungen des Inneren Feuers direkt von Vajradhara kommen, werden sie innerhalb aller tibetisch-buddhistischen Traditionen praktiziert. Wie der erste Panchen Lama in seinem Autokommentar zum Urtext des Mahamudras darlegte:

Wenn wir durch die Kraft der Gewohnheit aus früheren Leben die Winde in den Zentralkanal bringen können, ist das sehr gut; wenn nicht, sollten wir den Yoga des Inneren Feuers ausführen, wie es in den Sechs Yogas von Naropa erklärt wird.

Dies war eine allgemeine Einführung in die Praxis des Inneren Feuers. Was nun folgt ist eine detaillierte Erklärung der Methoden, die benutzt werden, um das Innere Feuer zu entfachen und es zum Lodern zu bringen.