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Die Kadampas von Heute

Die Geschichte und Entwicklung der Neuen Kadampa Tradition

Die Kadampas von Heute
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Einführung

Die Neue Kadampa-Tradition ist eine besondere Kadampa-Tradition des Mahayana-Buddhismus, die der Ehrwürdige Geshe Kelsang Gyatso gründete. Sie wurde im Jahre 1991 als eigenständige Tradition ins Leben gerufen, doch entstand sie, wie alle buddhistischen Traditionen, aus den Lehren, dem Beispiel und den Segnungen Buddha Shakyamunis. Diese wurden durch eine Überlieferungslinie von verwirklichten buddhistischen Meistern weitergegeben, darunter waren der indische buddhistische Meister Atisha, der Gründer der Alten Kadampa-Tradition, und die tibetischen Meister Je Tsongkhapa und Kyabje Trijang Rinpoche, der Spirituelle Meister oder Wurzel-Guru Geshe Kelsang Gyatsos.

Buddha Shakyamuni oder Gautama Buddha (ca. 6. Jh. v. Chr.) war der vierte von eintausend Buddhas, die in dieser Welt während des sogenannten «Glücklichen Äons» erscheinen werden. Als Erhabener Ausstrahlungskörper führte er die zwölf Haupttaten aus. Mit dem Drehen des «Dharma-Rades» präsentierte er die Sutra-Lehren sowohl des Hinayana als auch des Mahayana und enthüllte im Aspekt von Buddha Vajradhara die Vajrayana- oder Tantra-Lehren.

Die Überlieferungslinien dieser Lehren, sowohl die schriftliche Überlieferung als auch die Realisation, wurden jeweils von Lehrer an Schüler weitergeben und zuerst in Indien, dann in weiten Teilen Asiens und heutzutage auch in vielen Ländern der westlichen Welt verbreitet. Die Lehre Buddhas - der Dharma - wird mit einem Rad verglichen, das sich in Übereinstimmung mit den sich verändernden Bedingungen und den karmischen Neigungen der Menschen von einem Land zum anderen bewegt. Die äußere Präsenta- tionsform des Buddhismus mag sich je nach Kultur und Gesellschaft ändern, aber die wesentliche Echtheit wird durch die Weiterführung der ungebro- chenen Überlieferungslinie von verwirklichten Praktizierenden sichergestellt.

Ursprünglich gab Buddha Shakyamuni zwei Hauptlinien weiter, die unter den Namen «Weisheitslinie von Nagarjuna» und «Methodenlinie von Asanga» bekannt sind. Die Weisheitslinie des tiefgründigen Pfades, die ihren Schwerpunkt in den Unterweisungen über Leerheit, der endgültigen Wahrheit, hat, wurde von Buddha Shakyamuni an Manjushri, von Manjushri an Nagarjuna und dann an Chandrakirti und weitere indische Meister des Buddhismus überliefert. Die Methodenlinie des weiten Pfades, die ihren Schwerpunkt in den Unterweisungen über die konventionellen Aspekte des Pfades hat, wie zum Beispiel moralische Disziplin und Mitgefühl, wurde von Buddha Shakyamuni an Maitreya, von Maitreya an Asanga und dann an Vasubandhu und weitere indische Meister des Buddhismus überliefert.